Ein Exlibris ist:
...ein Bucheigner-Zeichen, eher klein als groß, ein- oder mehrfarbig - und noch immer wenig bekannt. Jahrhundertealt ist diese vielgesichtige Kleinform der Druckgrafik, die schon zu Dürers Zeit Künstler für sich und andere fertigten.
Ursprünglich reiner Eigentumsvermerk (lateinisch "ex libris = "aus den Büchern = "aus der Bibliothek") entwickelte sich das Exlibris weiter zur eigenständigen Kunstform. Inzwischen stehen den eher funktionsgebundenen, meist schlichten Gebrauchsexlibris freier gestaltete, oft aufwendige Kunst- und Sammlerexlibris gegenüber.
Während das Gebrauchsexlibris sich in prägnanter Klarheit auf das notwendige beschränkt und manchmal fast das Ansehen eines Stempels oder einer (Brief-)Marke annimmt, entfernt sich das Kunstexlibris vom dienenden Charakter und der formelhaften Abkürzung. So signalisieren bisweilen bereits Papierstärke und Format (bis zu DIN A4 und größer) die angestrebte Unabhängigkeit vom Buch. Hier will das Exlibris nicht Signum sein, sondern Wiedergabe realer oder erdachter Bilder. Dabei sind weder der Fantasie des Auftraggebers noch der des Künstlers Grenzen gesetzt. Auch drucktechnisch ist fast alles machbar, vom Kupferstich bis zum CAD-Exlibris.
(Text: Birgit Göbel-Stiegler)

 

 

Aeroterraaquanautica

 

 

Die Geschichte des Exlibris:
...als gedrucktes Bucheignerzeichen beginnt mit Gutenbergs beweglichen Lettern, die eine Ausbreitung des Buchdrucks, eine Steigerung der Auflagenzahlen und damit einhergehend die Entstehung und Vergrößerung privater Bibliotheken ermöglichten. Handschriftliche Eigentumsvermerke beziehungsweise das bislang übliche Einmalen des Eignerwappens erwiesen sich nun als zu aufwendig. Eine andere Besitzkennzeichnung lag nahe. So wurden bereits Ende des 15. Jahrhunderts Exlibeis, als Zettel gedruckt und verfvielfältigt, in Bücher geklebt. Meist waren es Holzschnitte, dann Kupferstiche mit Wappen, Ornamenten, symbolischen oder bildhaften Darstellungen in Verbindung mit den Worten "Ex libris". Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieb das Wappen wichtigstes Gestaltungselement. Erst Ende des 19. Jahrhunderts verlor das Exlibris seinen reinen Eigentumscharakter, es wurde auch Sammel- und Tauschobjekt. Eine Blüte der Exlibriskunst setzte ein.
Kaum ein namhafter Künstler der Jahrhundertwende, der nicht auf diesem Gebiet tätig war. Noch heute sind Jugendstilblätter von Heinrich Voeler, franz von Bayros, Alfred Cossmann und anderen begehrte Sammelobjekte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich in Europa eine neue, nich intensivere Welle der Exlibris-"produktion" und des Sammelns, zunehmend auch über Ländergrenzen hinweg. Dabei tragen gerade die neuen Kommunikationsformen der letzten Jahre deutlich zur rascheren Verständigung bei. Tauschkontakte entstehen nun auch übers Internet, Briefe transportieren die begehrten Blätter "bis ans Ende" der Welt. Schon zahlreiche Freundschaften sind auf diesem Weg entstanden.
(Text: Birgit Göbel-Stiegler)